An die Scheune…

An die Scheune – fertig los!

„Freigelegt“ haben wir die Scheune. Als nächstes muss das dort fremdgelagerte Altstroh raus! Nur wenn die Scheune leer ist, kann der Zimmermann die Balken auch komplett von innen begutachten und den genaueren Sanierungsaufwand bestimmen.

Dank meines Schwiegervaters hatten wir noch den Kontakt. Der Bauer aus dem Dorf musste vor über 50 Jahren wohl eine sehr gute Ernte eingefahren haben… Er wusste nicht wohin mit seinem ausgedroschenen Stroh.

Da die Scheune von Oma Annemie damals leer stand – war ein Zwischenlager gefunden. Das es dort für über 50 Jahre liegen bleiben sollte – konnte keiner ahnen!

„Das Stroh“ ist gut für die Scheune!“ So die Worte meines Schwiegervaters noch vor 3 Jahren. „Gut fürs Klima! Gut fürs Holz!“

Gut auch, dass es tatsächlich schon gedroschen (also ohne Körner!) war! So musste man keine unliebsamen „Untermieter“ (wie etwa Ratten) befürchten.

Nun ja! 50 Jahre sind eine lange Zeit! Auch an dem Bauern von damals ist die Zeit nicht spurlos vorbeigegangen!

Als wir ihn zum ersten Mal darum baten, sein Stroh aus der Scheune zu nehmen, sagte er; „Kein Problem!“ Seine Söhne helfen ihm  – da ist die Scheune ruckzuck leer! Er muss allerdings erstmal mit ihnen sprechen…

Obwohl wir nun befürchteten, dass sich die ganze Sache wohl doch noch lang hinziehen wird, rief uns der gute Mann schon kurze Zeit später an und wollte gleich am nächsten Tag auf den Hof… Aber ohne das einer von uns dabei ist, wollten wir keine Leute auf dem Hof wissen und so kurzfristig hat es keinem von uns gepasst. War das die verpasste Chance?

Nachdem wir dann im Sommer einen Dachdecker- und Zimmermannsmeister zur Besichtigung auf dem Hof hatten und im Herbst den äußeren „Kahlschlag“ vornahmen, war der Zeitpunkt gekommen!

Da der Bauer beim fälligen Erinnerungsanruf etwas wankelmütig „rüber kam“ und ich den Eindruck erhielt, als müssten wir womöglich selbst die Entsorgung organisieren – konnte ich es nicht dabei belassen.  Ich setzte eine Anzeige bei eBay-Kleinanzeigen auf: „Altstroh, ca. 75-100m³, zur Selbstabholung, Selbstverladung und Eigentransport – zu verschenken!“

Bei meinen Internet-Recherchen stieß ich außerdem auf einen Vorschlag, welcher mir zusätzlich Mut machte: „Vielleicht könnten Biogas-Anlagenbetreiber das Stroh verwerten?“

Und zu meinem Erstaunen, habe ich auf beiden Kanälen ein Echo erhalten!

Einer der regionalen Biogas-Anlagenbetreiber hätte das Stroh sogar abgeholt (für um die 2000€…)! Aber er wäre auch zu einer unentgeltlichen Abnahme bei Selbstanlieferung bereit gewesen.

Über eBay hat sich eine Familie gemeldet, welche sich das Stroh mit etwas Aufwand und über mehrere Termine hinweg abgeholt hätte. Sie waren grad dabei, ebenfalls eine alte Fachwerkscheune zu sanieren und erhofften sich von unserem Stroh einen günstigen Lehm- Zusatzstoff. In dieser Menge? Hätte bestimmt für 3 Scheunen gereicht…?!

Alle Vorschläge gab ich an unseren Bauern weiter. Mit dem Zusatz: Egal, was er mit dem Stroh anstellt bzw. ob er sich für einen meiner vorgeschlagenen Abnehmer entscheidet – wir benötigen für unsere weitere Planung zum Saisonende 2018 eine leer Scheune!

Anfang Oktober vereinbarten wir also einen Termin! Er wolle sich in jedem Fall selbst um die „weitere Zukunft“ seines Strohs kümmern… Uns sollte es nur recht sein!

Bei der äußeren Freilegung (Ende September) tat sich allerdings noch ein kleines Problem unsererseits auf: Ein doch recht aktives Wespennest ohne bekanntem Ausmaß – mitten im Stroh!

  • Wespenalarm!

Ich wollte den endlich angesetzten Termin auf keinen Fall gefährden! Ich stellte mir schon bildlich vor, wie sich die Leute vor angreifenden Wespenschwärmen in Sicherheit brachten… Also schnell im Internet einen Kammerjäger gesucht und gefunden… Mit An- und Abfahrt um die 150€!

Einen Tag bevor das „Stroh-Räumungskommando“ anrücken sollte, war er da. Das Wespennest war dem Anschein und Ursprung nach „riesig“… Allerdings hat sich wohl bereits ein anderes Tierchen (Waschbär, Marder, Fuchs???) daran gütlich getan. Als der Kammerjäger ein loses Brett entfernte, konnte man schon heruntergefallene Waben und regelrechte Gänge zwischen Stroh und Scheunenwand erkennen.

Nach seinen Angaben sollte das Mittel über Nacht wirken und so für einen ruhigen Ablauf der Scheunenräumung sorgen. So war es dann auch!

Am nächsten Vormittag kam der Bauer (allein) mit einem Kleintraktor (Marke Eigenbau) und ein paar Mistgabeln… Sein Sohn käme dann, mit ein paar Leuten, gegen Mittag. Wird das was?

  • Scheune
    Jede Menge Stroh!

Hm! Gemeinsam (der gute Mann und ich) begannen wir die ersten Bündel Stroh in Richtung geöffnetem Scheunentor vorzuschieben. Der Berg wurde aber nur unmerklich niedriger. Wie lang soll das dauern?

Aber meine Sorgen waren unbegründet: Pünktlich gegen 12 kam eine „Karawane“  (2 Großtraktoren mit 2 Hängern und 4 Leuten) und „verdunkelte“ die Wohnzimmer der anliegenden Häuser an der Dorfstraße… Was für ein Auflauf! Was für ein Trara! Was macht ihr? Wollt ihr die Scheune abreißen?

Gut das Schwiegermama nicht dabei war!

Als die großen Traktoren auf den Hof fuhren, konnte einem schon Angst werden…. Aber alles in allem ging es sehr professionell über die Bühne! Keine besonderen Schäden (ein bisschen Rasen muss nachgesät werden)! Nach zweieinhalb Stunden war es vorbei –  Die Scheune endlich leer!

  • Karawane im Anmarsch!

 

 

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