Haus und Hof (Geschichte)

  • 1929 1. und 3.Generation auf dem Hof (links Stall, Hintergrund Scheune)

 

 

In einem kleinen 400 Seelen-Dörfchen (erste Erwähnung 1426), genau zwischen Ober- und Unterspreewald, umgeben von Feldern und Wäldern, liegt unser Fleckchen Erde!

Von den Ur- Urgroßeltern meiner lieben Ehefrau, im Jahre 1889 errichtet, existieren die Grundmauern des Hauses also schon seit beinah 130 Jahren.

Von der Anordnung her, ist es ein klassischer Dreiseit- Bauernhof.

Auf dem Grundstück befinden sich, parallel zur Straße, das Wohnhaus (als typisches brandenburger Bauernhaus der Gründerzeit), ein Stall- bzw. Wirtschaftsgebäude sowie eine typische Durchfahrtsscheune. Alle Gebäude sind auf Feldsteinfundamenten gegründet. Die Fassaden von Wohnhaus und Stallgebäude bestanden ursprünglich aus einem schönen Ziegel-Sichtmauerwerk. Das Fachwerk der Scheune war in Lehm-Staaken- Technik ausgefacht.

Da die Familie nicht mit übermäßigen „Reichtum“ gesegnet war, mussten die Süd-und Westfassade der Scheune, durch die Wetterbelastung stark beansprucht, wohl schon in den 50/60er Jahren verbrettert werden.

Wie es in der DDR üblich war, mußte genutzt werden was da war…. So wurden am Wohnhaus irgendwann (in den frühen 70ern) die Fenster erneuert.

Statt der (für diese Gegend) typischen Segmentbogenfenster mit Sprossen, gab es „modernere“ Kastendoppel- bzw. Verbundfenster. Straßenseitig wurden dafür die 4 kleinen Fensteröffnungen auf 2 große Dreiflügelfenster angepasst. Zwar gab es nun in den Zimmern deutlich mehr Licht, aber das Haus verlor dadurch einiges von seinem Charme als Bauernhaus. Wegen der langen Fensterstürze wurden die Fassaden in der Folge verputzt. Dies ging leider auch auf Kosten der schönen Ziegel-Schmuckelemente (Friese und Segmentbögen)….

Haus, Spreewald, Bauernhaus
1999 Strassenansicht

Im zeitlichen Überblick:

 

„Stempel“ einer längst vergangenen Zeit

1. Generation 1889 (ab Bau) -1933 Henriette B. (Mann Ernst fiel 1923 zum Ende des  1.WK)

Soweit überliefert  – befand sich der Hof in dieser Zeit in voller  landwirtschaftlicher Nutzung (mit Tierhaltung, Feld- und Waldbestellung).

2. Generation 1933-1967 Marie (geb.B.) und Hans P.

Als Volksschullehrer im Dorf wurde der Hof noch für den Eigenbedarf landwirtschaftlich genutzt. Viel Land und Wald mußten zu dieser Zeit verkauft werden um über die Runden zu kommen.

3. Generation 1967-2007 Annemarie K. (geb. P. – Mann Kurt fiel im 2.WK)

Durch den Verlust des Ehemanns, früh auf sich allein gestellt, waren keine „großen Sprünge“ möglich. Die Eltern wohnten im Erdgeschoß. Mit Sohn Siegfried bewohnte Annemie das „Dachstübchen“. Schon vor der Übernahme von den Eltern, bedurften diese bald große Unterstützung und der Sohn sollte trotzdem eine ordentliche Ausbildung erhalten. Der Hof diente zu diesem Zeitpunkt mehr und mehr dem Obst- und Gemüseanbau für den Eigenbedarf. Tierhaltung gab es keine mehr. Das verbliebene Land wurde verpachtet. Ab dem höheren Rentenalter von Annemie kümmerte sich dann Sohn Siegfried um den Erhalt und die Ordnung auf dem Hof.

4. Generation seit 2007 Marianne und Siegfried K. (gest.2017)

Von Siegfried und Marianne, schon seit den 90ern, weiter in Schuß gehalten. Spätestens seit der Geburt von Enkel Tom (2009), dann als regelmäßiges Wochenend- und Feriengrundstück genutzt. Nach dem plötzlichen Verlust von Siegfried, Anfang 2017, wurden seine dringendsten Pläne in familiärer Zusammenarbeit fortgeführt.

Auch wenn ich weiß, dass ich (bei meiner Frau) in Zukunft noch einiges an Überzeugungsarbeit leisten muss:

So Gesundheit und Möglichkeiten es zulassen, wollen wir gern versuchen, die Geschichte des Grundstückes in 5. Generation (im Sinn all unserer Vorreiter) von Marianne zu übernehmen und fortzusetzen.